Study Abroad Storyteller
Folgen Sie zwei TU-Studierenden beim Abenteuer Ausland in diesem Semester in den USA.
Oguzhan und Kaan
West Coast Chronicles - One coast. One chance. No script.
Ein Semester an der San Diego State University, mitten im Golden State – in einer Welt, die man bisher nur aus Filmen, Musikvideos und Erzählungen kannte. Wir sind Oguzhan & Kaan, wir werden im Fall Term 2025 in San Diego studieren und heißen euch zu unseren Chronicles willkommen.
Wir freuen uns besonders auf den amerikanischen Uni-Lifestyle. Events, neue Leute kennenlernen und eine völlig neue Campuskultur. Jedoch bietet die südlichste Großstadt Kaliforniens zusätzlich zum Unileben noch etwas ganz anderes: Ein ganz neues Lebensgefühl, dass man so schnell nicht vergisst. Sonniges Wetter, Unmengen von Foodspots mit verschiedensten kulinarischen Hintergründen, wunderschöne Ortschaften und Ausblicke, die perfekt geeignet sind um sich foto- und videografisch kreativ auszutoben & offene Menschen, die allesamt einfach zum Charakter San Diegos gehören.
Wofür wir unsere Zeit in San Diego nutzen wollen? Neue Eindrücke sammeln, uns kreativ entfalten, offen für Neues sein und persönliches Entfalten. Wir freuen uns sehr darauf, spontane Momente einfach auf uns zukommen zu lassen und sind gespannt, was uns erwartet. Das sind unsere Pläne & Erwartungen an die Reise. Begleitet uns, wenn ihr wissen möchtet, wie wir sie umsetzen.
Studiengang: Lehramt Englisch
Austauschprogramm: FreeMover, ISEP
Rückblick auf das Auslandssemester - Oguzhan
Ein Semester in San Diego, ein Semester voller neuer Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen. Was am Anfang noch wie ein großes Abenteuer gewirkt hat, ist mit der Zeit zu einem Alltaggeworden. Ein Alltag, den man sich schon immer gewünscht hat. Rückblickend fühlt es sich fast unwirklich an, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Zwischen Uni, Reisen, neuen Freundschaften und unzähligen Momenten, ist dieses Auslandssemester zu etwas geworden, das weit über das Studieren hinausgeht.
Schon lange vor der Abreise hat mich dieser Aufenthalt geprägt. Die Vorbereitung war intensiv und teilweise herausfordernd, aber genau dadurch habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen und Dinge selbstständig anzugehen. Mit der Zeit kam auch mehr Sicherheit dazu, weil man merkt, dass man mit neuen Situationen umgehen kann, selbst wenn sie zuerst überwältigend wirken.
Das Semester selbst war dann etwas, das man sonst nur aus Filmen kennt. Plötzlich studiert man wirklich an einem amerikanischen College, mitten auf einem Campus, mit zahlreichen Sportevents, verschiedene kulturelle Einblicke und einer Uni, die wie eine eigene kleine Welt funktioniert. Besonders spannend für mich, als angehender Lehrer war die andere Art des Lernens. Das amerikanische System mit wöchentlichen Abgaben und kontinuierlicher Leistung unterscheidet sich stark von dem in Deutschland und hat mir neue Perspektiven eröffnet.
Aber kommen wir mal zu San Diego. Die Stadt ist für mich nicht einfach nur der Ort meines Auslandssemesters geworden, sondern ein Platz, an dem man sich schneller zuhause fühlt, als man erwartet hätte. San Diego hat eine besondere Art, einen runterzubringen. Die Stadt ist groß, aber nicht erdrückend. Das Wetter spielt auch eine besondere Rolle, Sonne fast jeden Tag, milde Abende, Palmen und das Meer nie weit entfernt. Nach der Uni einfach zum Strand zu fahren, den Sonnenuntergang zu sehen und kurz abzuschalten, wurde mit der Zeit völlig normal und genau das werde ich am meisten vermissen. Auch die Lage der Stadt ist etwas, das San Diego einzigartig macht. Innerhalb weniger Stunden ist man in Los Angeles, mitten in der Wüste oder direkt in Mexiko. Diese Nähe zu so vielen unterschiedlichen Orten und Kulturen spürt man im Alltag. Der mexikanische Einfluss gehört hier einfach dazu und macht die Stadt offener, bunter und wärmer.
Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass San Diego nicht nur von der Landschaft lebt, sondern vor allem von den Menschen. Die Atmosphäre ist entspannt, Gespräche entstehen leicht und man fühlt sich willkommen. Dieses Gefühl, Teil von etwas zu sein, auch ohne dort aufgewachsen zu sein, hat San Diego für mich besonders gemacht. Anfangs war das ungewohnt und manchmal auch herausfordernd, aber genau dadurch habe ich gemerkt, wie gut mir diese Art von Miteinander gefällt.
In diesen Monaten bin ich spürbar gewachsen. Selbstständig zu leben, neue Routinen zu entwickeln, mit anderen zusammenzuleben und Kompromisse zu finden, all das hat mich reifer gemacht. Vor allem nehme ich den Mut mit, neue Wege zu gehen und offener für Neues zu sein. Was ich vermissen werde? San Diego. Die Menschen, das Essen, das Wetter und diese kleinen Momente, Sonnenuntergänge nach der Uni, Gespräche am Strand, dieses Gefühl von Leichtigkeit. Am liebsten würde ich heute schon zurück in meine neue Heimat.
Rückblick auf mein Auslandssemester in Kalifornien - Kaan
Die Vorfreude auf dieses Auslandssemester war enorm. Schon seit meiner Kindheit wollte ich unbedingt nach Amerika. Lange Zeit hatte ich dabei vor allem Städte wie New York oder Los Angeles im Kopf. Als das Thema Auslandssemester konkreter wurde, kam schließlich die Idee auf, gemeinsam eines zu machen. Als ich mir die San Diego State University angeschaut habe, war ich sofort überzeugt. San Diego kannte ich bis dahin eigentlich nur dem Namen nach. Viel mehr als „Kalifornien“ wusste ich nicht. So richtig bewusst habe ich mir vor der Abreise kaum etwas über San Diego angeschaut. Ich wollte überrascht werden. Außerdem war die Vorbereitung auf das Auslandssemester sowieso so zeitintensiv, dass dafür kaum Zeit blieb. Gleichzeitig wurde mir in dieser Phase immer klarer, dass ein Traum, den ich seit meiner Kindheit hatte, nun tatsächlich in Erfüllung gehen würde. Trotz Visumstress und Organisation war die Vorfreude riesig.
Der Reisetag selbst war schon sehr sehr lang. Insgesamt knapp 20 solide Stunden unterwegs, mit Umstieg in Chicago. So lange bin ich davor noch nie geflogen. Als wir dann endlich Kalifornien ankamen, war alles vergessen. Wir verließen den Flughafen und wurden direkt von Palmen, Sonne, frischer Luft und einem wolkenlosen Himmel empfangen. Jegliche Müdigkeit, die wir noch hatten, war komplett weg. Überraschenderweise hatten wir kaum Jetlag, vermutlich auch wegen des Hypes. Schon nach wenigen Tagen hatte ich das Gefühl, San Diego nicht mehr verlassen zu wollen. Dieses Gefühl blieb dann auch wirklich das gesamte Semester über. Egal, wo wir unterwegs waren und wie schön andere Orte auch waren, nach ein paar Tagen wollte ich immer zurück nach San Diego. Sehr schnell entstand auch ein neues Umfeld. Wir lebten zu sechst zusammen und waren zusammen eine sehr coole Gruppe. Dazu kamen weitere Auslandsstudierende, mit denen wir eine enge Freundesgruppe gebildet haben. Gemeinsam haben wir Monate erlebt, die sich im Rückblick wie die beste Zeit unseres Lebens anfühlen.
Auch der Uni-Alltag wurde Teil dieser neuen Routine. Wir hatten zweimal pro Woche Veranstaltungen und mussten uns an ein anderes Lernsystem gewöhnen. Canvas statt Moodle, weniger Prüfungen, dafür viele Final-Abgaben. Insgesamt war das Studium deutlich entspannter als in Deutschland. Mit der Zeit ersetzte diese neue Routine viele Dinge, die man aus der Heimat vermisst hatte. Was sich allerdings nicht ersetzen ließ, waren Familie und enge Freunde. Diese Distanz war immer spürbar.
Persönlich habe ich enorm viel mitgenommen. Meine Spontanität ist noch stärker geworden. In Kalifornien war es normal, spontan Trips zu machen. Kurzer Kickdown in die Wüste, ab nach Las Vegas oder einfach losfahren und gucken. Es fühlt sich an, als hätte ich eine Barriere durchbrochen. Reisen ist nicht mehr nur ein Wunsch, sondern etwas Selbstverständliches (meine nächsten Trips sind sich schon geplant). Gleichzeitig hat sich mein Vertrauen in mich selbst bestätigt. Ich habe gemerkt, dass ich mich in einem fremden Land zurechtfinde, Verantwortung übernehmen und Dinge selbst in die Hand nehmen kann. Besonders prägend waren auch die Menschen. Die Offenheit, Herzlichkeit und die vielen spontanen Gespräche. Selbst kurze Begegnungen blieben im Kopf. San Diego ist für mich mehr als nur ein Studienort geworden. Jetzt zurück in Deutschland merke ich umso mehr, wie sehr ich diese Stadt vermisse. Die Strände, das Wetter, das Essen, die Menschen und dieses Gefühl von Leichtigkeit. Dieses Semester war kein kurzer Ausflug, sondern ein prägender Abschnitt meines Lebens, der bleiben wird.
Nach Halloween und all den anderen Eindrücken stand jetzt das nächste große amerikanische Fest vor der Tür: Thanksgiving. Und auch wenn man den Begriff schon tausendmal gehört hat, versteht man erst hier vor Ort, wie wichtig dieser Tag für viele Menschen ist. Wochen vorher wurde überall darüber gesprochen, alle haben geplant, organisiert und sich darauf vorbereitet. Überraschenderweise war es am eigentlichen Tag dann aber ziemlich ruhig. Viele Läden hatten geschlossen, die Straßen waren leer und man hat gemerkt, dass die meisten Einheimischen einfach zu ihren Familien gefahren sind, um dort gemeinsam zu feiern. Traditionell gibt es an Thanksgiving meistens Truthahn, verschiedene Beilagen und Pumpkin Pie. Der Ursprung liegt in einem historischen Erntedankfest zwischen Siedlern und indigenen Völkern, auch wenn dieser Hintergrund heute deutlich kritischer betrachtet wird. In der Realität geht es inzwischen einfach darum, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen und dankbar zu sein.
Unser Thanksgiving war eher klein, aber genau deshalb angenehm. Wir haben mit Freunden gekocht, zusammen gegessen und versucht, den Vibe mitzunehmen. Da es an Thanksgiving selbst nicht viel zu erleben gibt und die meisten Menschen bei ihren Familien sind, haben wir die Gelegenheit genutzt und sind für ein paar Tage nach Tulum und Cancun geflogen. Da Tijuana quasi direkt an der Grenze liegt, war es für uns relativ einfach, spontan nach Mexiko zu reisen. Die Reise war überraschenderweise ziemlich entspannt, obwohl man viel von der Spannung zwischen den USA und Mexiko mitbekommt. In Tulum haben wir dann mehrere Cenoten besucht, kristallklare Wasserhöhlen, wie aus einem anderen Universum. Wir wurden sogar Zeitzeugen eines Weltwunders, denn wir standen vor der berühmten Maya-Pyramide in Chichén Itzá. Der Trip war eine perfekte Abwechslung, hat extrem viel Spaß gemacht und gleichzeitig wurde uns bewusst, dass das unser letzter richtiger Ausflug in diesem Semester war.
Kaum war Thanksgiving vorbei, ist San Diego quasi über Nacht in den Weihnachtsmodus gesprungen. Häuser wurden dekoriert, Lichterketten aufgehängt und riesige Weihnachtsbäume aufgestellt. Selbst die Palmen an den Stränden werden weihnachtlich geschmückt. Seit kurzem haben außerdem die December Nights im Balboa Park begonnen. Eine der größten Veranstaltungen in der Weihnachtszeit hier. Es fühlt sich an wie ein riesiger Weihnachtsmarkt, nur eben typisch amerikanisch: lauter, bunter und voller Essensstände aus aller Welt. Von türkischen über mexikanische bis hin zu asiatischen und italienischen Speisen gab es wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Dazu kamen beeindruckende Weihnachtsbeleuchtungen, Attraktionen und Shows, die den ganzen Park in eine Art Winter-Wunderland verwandelt haben. Zudem konnte man viele Museen, wie das Automotive Museum, Air and Space Museum und Natural History Museum, im Balboa Park konnte man während der December Nights kostenlos besuchen.
Während draußen alles blinkt und glitzert, läuft bei uns an der Uni der Endspurt. Die Final Exams stehen an. Die Finals sind hier ein Mix aus Abgaben, Projekten und klassischen Klausuren, also genau das System, das man mittlerweile kennt. Man merkt auf jeden Fall, dass das Ende des Auslandssemesters näher kommt. Und genau dieser Gedanke macht alles gerade ein bisschen bittersüß. Die letzten Monate waren intensiv, spannend und voller neuer Eindrücke.
Es ist einfach cool mitzuerleben, wie unterschiedlich diese Feste hier gefeiert werden und wie schnell man sich an San Diego gewöhnt hat. Mittlerweile fühlt sich alles so normal an. Wir wissen jetzt schon: der Abschied wird schwer.
San Diego ist, kurz gesagt, eine Stadt mit ganz eigenem Vibe. Hier läuft alles etwas entspannter, die Menschen sind offen und freundlich, das Wetter ist fast jeden Tag perfekt. Sonne, blauer Himmel, Palmen und das fast das ganze Jahr über. Überall findet man Strände, an denen man abends den Sonnenuntergang anschauen kann. Egal ob La Jolla Beach, Mission Beach oder Del Mar. Jeder dieser Orte hat seine eigene Atmosphäre, aber alle haben gemeinsam, dass man dort einfach abschalten kann. Was man schnell realisiert ist, dass San Diego nicht einfach nur „eine schöne Stadt“. Es ist ein Ort, der sich sofort anfühlt wie Zuhause. Nach jedem Trip, nach jeder langen Fahrt freut man sich, wieder hier zu sein. So war es auch nach unserer letzten Reise, einer einwöchigen West Coast Tour.
Es ging los im Yosemite Nationalpark, umgeben von gewaltiger, atemberaubender Natur. Riesige Felsen, Wasserfälle und unzählige Wanderwege und obwohl die Trails teilweise schon echt anstrengend waren, wurde man am Ende mit unglaublichen Ausblicken belohnt. Danach ging es weiter nach San Francisco mit klassischen Sehenswürdigkeiten wie der Golden Gate Bridge, Fisherman’s Wharf und Alcatraz. Zwar eine beeindruckende Stadt, aber leider sehr stark von Obdachlosigkeit geprägt, was ehrlich gesagt bedrückend war. Anschließend fuhren wir nach Santa Cruz und weiter nach Monterey. Ruhig, wunderschön und mit Stränden, die fast schon kitschig perfekt wirken. Einer unserer letzten Stopps Santa Barbara. wo man den spanischen Einfluss in der Architektur deutlich spürt. Rote Ziegeldächer, weiße Häuserwände, viel Schmiedeeisen und buntenFliesen. Der ganze Look entstand nach dem großen Erdbeben von 1925 und wird seitdem bewusst gepflegt, damit die Stadt diesen besonderen, einheitlichen Stil behält. Und als wir schließlich zurück nach San Diego kamen, war sofort wieder dieses Gefühl wieder da: „Hier gehören wir hin.“ Es ist schwer zu beschreiben, aber San Diego hat einfach etwas, das einen festhält. Selbst viele Einheimische sagen, dass sie hier nie wieder weg wollen und nach ein paar Monaten versteht man genau, warum. Natürlich hat das Leben hier auch seinen Preis. San Diego ist teuer, keine Frage. Ob Miete, Essen oder Freizeit, vieles kostet mehr als man es gewohnt ist. Aber irgendwie gleicht die Stadt das mit Lebensqualität wieder aus. Das Wetter, die Leute, das Meer, man bekommt einfach viel zurück.
Auch politisch bekommt man hier natürlich einiges mit, vor allem über die Medien. Themen wie Visa-Stopps, Einreisebeschränkungen oder politische Spannungen sind ständig präsent und werden in den amerikanischen Nachrichten intensiv diskutiert. Trotzdem muss man sagen: Im Alltag in San Diego merkt man davon so gut wie nichts. Die Stadt wirkt ruhig, offen und sicher. Wir fühlen uns hier absolut wohl. In einem meiner Seminare, Homicide in America, wurde sogar erklärt, dass San Diego statistisch zu den sichersten Großstädten der gesamten USA gehört. Und genau so fühlt es sich auch an, egal ob tagsüber auf dem Campus, abends am Strand oder in der Stadt selbst.
Und ob die Nähe zu Mexiko einen besonderen Einfluss hat? Auf jeden Fall! Da Tijuana direkt an der Grenze liegt, verschmelzen die Kulturen sichtbar miteinander. San Diego ist voll von mexikanischer Kultur. Das Essen (Taco-Stände an jeder Ecke, viele richtig authentische Spots), die zweisprachigen Straßenschilder, Old Town als historischer Kern der Stadt, der zeigt, wie stark mexikanische Wurzeln hier sind und der Chicano Park, der für seine riesigen Mural Kunstwerke bekannt ist, ein Symbol für mexikanisch-amerikanische Geschichte. Genau diese Mischung macht San Diego so besonders und so lebendig.
Halloween war hier definitiv eines der Highlights der letzten Wochen. In den USA wird dieses Fest ganz ganz anders und viel größer gefeiert, als man es aus Deutschland kennt. Schon Tage (und teilweise Wochen) vorher waren überall die Häuser geschmückt. Spinnweben, Kürbisse, Grabsteine und teilweise richtig aufwendige Dekoration. Ganze Straßen sahen aus wie Filmkulissen. Am Abend selbst war dann wirklich jeder verkleidet. Von Halloween Classics bis hin zu kreativen Eigenkreationen, die man so noch nie gesehen hat. Die Stimmung war ausgelassen, überall liefen Partys, Musik und Gruppen in Kostümen durch die Straßen. Es war cool zu sehen, wie sehr die Leute hier in das Fest aufgehen, definitiv eine Erfahrung, die man nicht vergisst.
Und jetzt steht schon das nächste große Ereignis vor der Tür. Thanksgiving. In der kommenden Woche startet das wohl typischste amerikanische Fest überhaupt und wir freuen uns schon darauf, euch bald davon zu berichten, wie es hier gefeiert wird und welche Traditionen uns erwarten
Nachdem wir euch in den letzten Monaten hauptsächlich von unseren Reisen erzählt haben, ist es diesmal etwas ruhiger geworden. Weniger Roadtrips, weniger Orte, aber dafür umso mehr Uni. Denn während in Deutschland die ersten Vorlesungen gerade erst starten, standen bei uns mittlerweile schon die Midterms an. Statt Strände und Sightseeing gab’s dieses Mal also nur eine gesunde Mischung aus Bibliothek, Campus
und Red Bull (dieser Beitrag ist nicht gesponsert).
Das amerikanische Unterrichtssystem ist auf jeden Fall komplett anders, als man es aus Deutschland kennt. Es gibt hier keine einzige große Abschlussprüfung, die am Ende alles entscheidet, sondern viele kleinere Aufgaben, Essays, Tests und Präsentationen über das gesamte Semester hinweg. Man bleibt dadurch automatisch am Ball und irgendwie sorgt genau das auch dafür, dass man den Stoff wirklich verinnerlicht. Was uns dabei besonders aufgefallen ist: Midterms laufen hier komplett anders ab. Teilweise sind sie als klassische Exams angekündigt, aber dann ändert der Professor spontan alles in ein Assignment um. Jeder Kurs hat seine eigene Struktur und eigene Art von Prüfungen, was das Ganze gleichzeitig stressig, aber irgendwie auch spannend macht.
Wir belegen aktuell eine bunte Mischung an Kursen. Jeder davon ist auf seine ganz eigene Art spannend: „Culture, Gender, Race, and Sports“, „Language Acquisition“, „Books“, „Homicide in America“, „Cinema as Art“ und „Television and Film History“.
Der Kurs Books ist dabei eines der Highlight. Auf den ersten Blick wirkt das Thema sehr trocken. Es sind halt Bücher. Aber tatsächlich ist er einer der spannendsten Kurse. Wir beschäftigen uns dort mit der Geschichte des Buches, mit seiner physischen Form, seiner kulturellen Bedeutung und der Frage, wie sich Bücher in der digitalen Welt verändert haben. Unser Midterm hieß The History of a Book. Dabei mussten wir uns ein Buch aussuchen, es technisch und inhaltlich analysieren und beschreiben, warum wir genau dieses Werk gewählt haben. Das Ganze war super frei gestaltet, also kein reines Faktenlernen, sondern kreatives, persönliches Schreiben.
Die anderen Kurse könnten kaum unterschiedlicher sein. Culture, Gender, Race, and Sports behandelt die gesellschaftliche Bedeutung von Sport, Language Acquisition zeigt, wie komplex der Prozess des Spracherwerbs ist, und Homicide in America beleuchtet, wie Kriminalität und Gesellschaft in den USA zusammenhängen.
Besonders einzigartig sind aber die Filmkurse. Cinema as Art und Television and Film History. Solche Kurse gibt es in Deutschland kaum. In Cinema as Art geht es um Kino als Kunstform. Jede Woche steht ein anderes Thema im Mittelpunkt. Von Filmepochen bis hin zu Special Effects oder Animationsfilmen. Erst gibt’s eine kurze Vorlesung mit passenden Clips, danach schauen wir einen Film, der in die jeweilige Thematik passt. Television and Film History hingegen blickt auf die Geschichte des Fernsehens und zeigt, wie sich Formate und Storytelling über die Jahrzehnte entwickelt haben.
Erleichtert hat uns diese Midterm-Phase auf jeden Fall der Campus. Denn was man der San Diego State University wirklich lassen muss: Das Campusleben ist beeindruckend. Jeden Tag ist irgendwas los. Sei es Stände, kleine Märkte, Aktionen und Events direkt auf dem Gelände. Die Uni bietet riesige Freizeitmöglichkeiten. Ein großes Fitnessstudio, ein Freibad, mehrere Sportfelder. Zudem spielen die Uni- Teams regelmäßig Matches. Egal ob Football, Basketball oder Baseball, die Stimmung ist jedes Mal hervorragend und fast schon großartig. Wenn man Glück hat, kann man sich sogar ein kostenloses Ticket
snacken. Besonders die Basketballspiele in der Viejas Arena, direkt neben dem Campus, sind ein absolutes Highlight.
Ganz ohne Abwechslung blieb der Monat aber natürlich nicht. Wir haben uns zwischendurch kleine Pausen gegönnt, zum Beispiel mit einem Trip nach Coronado Beach. Dort war es noch immer sommerlich warm, also perfekt, um den Kopf zwischen dem Stress mal bisschen freizukriegen. Unser Highlight war auf jeden Fall die Jetski-Fahrt. Die halbe Stunde auf dem Wasser war wahrscheinlich die kürzeste halbe Stunde
unseres Lebens, aber purer Adrenalinschub. Danach ging’s mit einem Golfkart durch Coronado, was einfach übertrieben der Vibe war. Musik an, Snacks geholt, Getränke dabei. Einfach bisschen cruisen, Sonne genießen und an nichts denken müssen.
Im Nachhinein war es genau das, was wir gebraucht haben. Kleine Abenteuer zwischen dem ganzen Lernstress, ohne komplett auf Reisen zu verzichten.
Aber keine Sorge - wir werden ab jetzt nicht nur noch über das Uni Leben berichten. Beim nächsten Mal wird’s auf jeden Fall wieder ereignisreicher.
Mehr dazu dann im nächsten Blogpost. Bis zum nächsten Mal.
Nachdem wir die ersten Wochen hauptsächlich in San Diego verbracht haben, ging es für uns im zweiten Monat deutlich weiter hinaus. Von Anfang an stand nämlich vor allem eines im Vordergrund: Reisen, neue Orte entdecken und die Vielfalt dieses Landes wirklich erleben. Und genau das haben wir dann auch getan. Seit unserer Ankunft stellten wir uns gegenseitig immer folgende Frage: „Realisierst du schon, dass du in den USA bist?" Jedes Mal waren wir unsicher, wie wir die Frage beantworten sollten. Aber dazu später mehr.
Es ging los mit Los Angeles. Nur ein paar Stunden nördlich von San Diego, aber ein komplett anderer Vibe. Schon auf der Fahrt bewunderten wir die hohen Gebäude und Lebhaftigkeit der Stadt. Dort haben wir so ziemlich alles mitgenommen, was man aus Filmen kennt. Sei es der Walk of Fame, Beverly Hills, Downtown, der Santa Monica Beach oder das Griffith Observatorium mit Blick auf das berühmte Hollywood Sign. L.A. hat uns sofort fasziniert, aber gleichzeitig auch etwas erschlagen. Die Stadt ist laut, riesig und voller Energie.
Und wenn wir schonmal bei laut und voller Energie sind: kurz nach L.A. stand Las Vegas auf dem Plan. Eine völlig neue Welt. Schon die Ankunft ist surreal. Nach Stundenlanger fahrt durch trockene Landschaften, trockenere Landschaften und noch trockenere Landschaften kommt man in einem Gebiet an, aus der hohe helle Gebäude rausragen. Die Hotels sind keine Hotels, sondern im Prinzip reinste Casinos mit unzähligen Menschen, die tagtäglich die Automaten mit Geld füttern. Eines der Highlights ist definitiv der Strip in Las Vegas: von Venedig über Paris bis New York, alles in einer einzigen Straße vereint. Schon wenige Sekunden nachdem wir den Strip betreten hatten merkten wir, dass die Stadt in der Nacht etwas magisches hat. Man fühlt sich von Anfang an in einer nicht endenden Show, in der man sein eigener Hauptcharakter ist. Kurz gesagt ist Las Vegas laut, übertrieben und sogar etwas absurd, aber genau das macht den Reiz aus.
Von Nevada aus ging die Fahrt weiter nach Arizona und wir können mit Sicherheit sagen, dass wir nie in unserem Leben so beeindruckende Landschaften gesehen haben. Zum einen hätten wir den gewaltigen Grand Canyon. Mit gesenktem Blick wurden wir zu einem Aussichtspunkt geführt, um dann uns dann dort angekommen von der Aussicht überraschen zu lassen. Unser Blick war wirklich unbeschreiblich. Der Grand Canyon wirkt auf Fotos schon riesig, aber erst wenn man direkt davor steht und auf den Canyon guckt, realisiert man, wie mächtig die Landschaft tatsächlich ist. Was aber noch beeindruckender gewesen ist, ist der Antelope Canyon. Eine enge, wellenartige Schlucht aus Sandstein, durch die Sonnenstrahlen auf uns treffen. Jeder Schritt dort unten fühlt sich an, als würde man durch ein Kunstwerk der Natur laufen. Nicht ohne Grund wird der Canyon als „heilig" beschrieben. Direkt daneben befindet sich Horseshoe Bend. Die berühmte Flussbiegung des Colorado River formt ein perfekten Hufeisen. Beides sehr beeindruckende und wunderschöne Orte.
Zurück in San Diego haben wir natürlich nicht aufgehört mit den Trips. Neben dem La Jolla Beach mit einem wunderschönen Sonnenuntergang und bezaubernden Seelöwen, haben wir auch die Imperial Sand Dunes besucht. Eine Sandwüste, die fast schon künstlich wirkt. Mittlerweile haben wir uns auch in der Universität eingelebt. Unser Stundenplan bietet uns sehr viel Freizeit und Spielraum für Reisen, für die wir sehr dankbar sind.
Aber kommen wir nun endlich zurück zur Frage aller Fragen: Haben wir endlich realisiert, dass wir angekommen sind? Die Antwort auf die Frage lautet: Ja! Wir merken, dass San Diego sich einfach nach Heimat anfühlt. Nach jedem längeren Trip kommen wir am Ende zurück in unser geliebtes San Diego und fühlen uns wohl. Währenddessen haben uns Los Angeles, Las Vegas und Arizona gezeigt, dass wir endlich in den USA sind. Wir können kaum abwarten, was die Zukunft uns so bietet und freuen uns darauf, euch weiterhin mit auf diese Reise zu nehmen.
Video 1 : Der längste Reisetag
Zwei Wochen San Diego, zwei Wochen voller neuer Eindrücke und neuer Geschmäcker. In unseren ersten Wochen in San Diego haben wir hauptsächlich drei plus eine Sache unternommen: viele Sehenswürdigkeiten abgecheckt, sehr viele Fotos & Videos gemacht, gegessen und uns mit neuen Leuten connected, mit denen wir dann auch essen gegangen sind. Denn San Diego ist genau das: Eine große Stadt, mit noch größerer kulinarischer Vielfalt und vielen interessanten Orten. Untermalt wurde unser Start in dieses neue Leben mit einer Orientierungswoche und Events wie man sie aus Deutschland ganz und gar nicht kennt: Von gratis Goodies und Campustouren bis hin zu
einer Boots-Tour entlang der wunderschönen Küsten San Diegos (bei 30 Grad) und einer, gar nichtmal so kleinen, Kirmes auf dem Uni-Campus. Alles wirkt fast zu perfekt, um wahr zu sein, und trotzdem mittendrin total lebendig. Schon komisch, wenn man bedenkt, dass wir vor kurzem noch in Frankfurt am Flughafen standen und jetzt zwischen Palmen, sonnigem Wetter und diesem besonderen Flair sitzen, den man bisher nur aus Filmen kannte.
Mittlerweile haben unsere ersten Kurse begonnen und schon nach den ersten zwei Tagen wurde uns eine Sache klar: Der Unterricht hier läuft ganz anders. Weniger Frontal dafür umso Interaktiver und lebendiger mit viel mehr Raum für Kreativität. Es fühlt sich so an, als würde man hier nicht bloß studieren, sondern wirklich Teil eines aktiven Austauschs werden.
Auch Abseits der Uni haben wir schon viel von San Diego entdecken und erkunden können. Zum einen den Balboa Park, welcher sogar noch größer als der Central Park und voll Museen, Gärten und beeindruckender Architektur ist. Mittendrin steht der riesige San Diego Zoo, welchen wir bisher zwar leider nur aus der Ferne bewundern konnten, jedoch auf jeden Fall noch besuchen möchten. Zum anderen Orte wie die wunderschönen Sunset Cliffs, der kulturell geprägte Chicano Park und die historische „Old Town“.
Das wirklich Besondere an San Diego ist jedoch nicht nur das endlose Sommerwetter oder die traumhafte Natur, sondern vor allem die Lage. Die Stadt liegt direkt an der Grenze zu Mexiko. Nach Tijuana bräuchten wir aktuell nicht mal 30 Minuten. So betrachtet leben wir quasi mit einem Bein in den USA und mit dem anderen schon in Mexiko. Sprache, Essen, Traditionen, alles verschmilzt auf eine ganz eigene Art und Weise und man bekommt das Beste aus beiden Welten mit. Bereits jetzt nach ein paar Wochen merken wir schon, dass San Diego nicht einfach nur ein Ort zum Studieren ist. Es ist eine Stadt, die einen verändert, weil sie in kürzester Zeit so viele Eindrücke liefert. Sonne, Menschen, Erlebnisse und Kulturen. Also genau das, was wir uns von diesem Abenteuer erhofft hatten. Und das Beste daran: Das Ganze hat gerade erst angefangen.















































